Kulthemd
Bauern, Schwinger und PR-Kampagne: Woher kommt das Edelweisshemd?
Hellblaues Hemd mit Blümchen-Stickereien – das Edelweisshemd darf an keinem Schwingfest und an keiner Viehschau fehlen. Es ist Kult. Aber ist es auch Tradition?
Im Jahr 2006 zieren Stars und Sternchen wie Michael Schumacher und Michelle Hunziker die Werbeplakate des Bauernverbands – gekleidet in blaue Hemden, bestickt mit dem Schweizer Symbol schlechthin: dem Edelweiss. Umgangssprachlich als Bauern- oder Schwingerhemd bekannt, hat das Edelweisshemd seinen Ursprung jedoch weder bei den Bauern noch bei den Schwingern. Woher es tatsächlich stammt und wer die charakteristische Edelweissstickerei erfunden hat, bleibt unklar. Verschiedene Produzenten beanspruchen die Erfindung des Kulthemds für sich. Der Kulturwissenschaftler Tobias Scheidegger hat sich intensiv mit dem Edelweisshemd beschäftigt und zahlreiche Publikationen dazu verfasst. Eines steht fest: Das Hemd ist eine relativ junge Erscheinung. Erst in den 1960er-Jahren wurde der Stoff erstmals von der Firma Gugelmann & Co. im bernischen Roggwil gewebt.
Heute gibt es in der Schweiz nur noch eine einzige Weberei, die den originalen Edelweissstoff herstellt – die Firma Meyer-Mayor aus dem…
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