Frostig fegt Wind über den kleinen See. Die Sonne steht tief, ihr Licht glitzert auf dem Schnee und der dünnen Eisschicht, die den See bedeckt. Am Ufer tummelt sich eine Gruppe von Menschen, dick eingepackt in Jacken und Mützen. Zwischen ihnen dampfen Thermoskannen, aus denen der Duft von Früchtetee aufsteigt. Es ist Samstagmorgen, und es ist Zeit fürs Eisbaden.

«Der erste Moment ist immer der schlimmste», sagt Sabine, 52 Jahre alt, während sie ihre Wollmütze gegen eine Badehaube tauscht. Neben ihr steht Tom, ein erfahrener Eisbader. Mit freiem Oberkörper und knapper Speedo-Hose sieht er so aus, als könnte ihm die klirrende Kälte nichts anhaben. «Das Geheimnis ist die Atmung», erklärt er. «Wenn du ganz ruhig bleibst, gewöhnt sich dein Körper schneller an die Kälte.»

Langsam und bedacht steigen die beiden in das Wasser. Die Temperatur beträgt knapp zwei Grad. «Jetzt bloss nicht panisch werden», sagt Tom und beginnt tief ein- und auszuatmen. Sabine folgt seinem Beispiel, ihre Schultern…

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